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Weihnachten in Casa Quemada

von Kristin Rößler, Januar 2013
Dezember – Advents- und Weihnachtszeit. Darin gleichen sich Deutschland und Ecuador. Nur die Bräuche sind hier und da unterschiedlich.
In Casa Quemada wurde wieder ein traditionelles Fest organisiert. In unterschiedlichsten, bunten Kostümen begaben sich Kinder, Eltern und Lehrer von der Schule zu den Häusern zweier Familien – immer den Berg hinab. Dort holte die Prozession die zwei Kindern mit den wichtigsten Verkleidungen ab – Weihnachtsengel und König. Bei deren Familien gab es Festessen für alle und Zeit zum Unterhalten. Zusammen zog die ganze Schar wieder zurück in Richtung Zentrum, wo schon der Priester wartete und die Weihnachtsmesse hielt, ehe es erneut Essen gab.
Die Menschen sind bei den Festen ganz in ihrem Element – sie sind eine große Möglichkeit Offenheit und Gastfreundschaft zu leben. Ein Wermutstropfen bleibt – der Alkohol spielt leider meist eine große Rolle, sodass schon die verkleideten Kindern Alkohol in kleinen Becherchen verteilen – glücklicherweise nicht selbst trinken.

Grundschule in Casa Quemada

von Johannes Zimmermann, Volontariat von März bis November 2012

Jede Woche Donnerstag bin ich zusammen mit Kristin in der Schule von Casa Quemada. In diesem Bergdorf auf über 4000m unterrichten wir die vierte bis siebte Klasse in einer kleinen Bibliothek. Dabei ist der Leistungsstand einer vierten Klasse in Ecuador nicht mit dem einer vierten Klasse in Deutschland zu vergleichen, weil die Kinder hier teilweise bereits mit drei Jahren eingeschult werden. So ist es zum Beispiel nicht selbstverständlich, dass Neunjährige die Lesekompetenz besitzen. Da neben Konzentrationsübungen der Literaturunterricht einen Schwerpunkt unserer Arbeit bildet, versuchen wir diese Schwächen durch gezielte Einzelförderung zu beheben. Allerdings gestaltet sich dies sehr schwierig, weil wir jede Woche lediglich an einem Tag zu Gast in der Schule sind, die Schüler größtenteils zu Hause nur ungenügend Unterstützung bekommen und Lernerfolge nur in kleinen Schritten zu verzeichnen sind.
Trotz anfänglicher Reserviertheit fahre ich nun jede Woche gerne nach Casa Quemada. Die Kälte, der schlechte Zustand der sanitären Anlagen, die Kinder in ihrer teilweise kaputten Kleidung wirkten auf mich zu Beginn eher befremdlich.
Jeden Donnerstag aufs Neue ist bei den Kindern eine Freude über unsere Anwesenheit zu spüren. Bereits auf dem Schulhof kommen sie uns zur Begrüßung mit ausgestreckter Hand entgegen. Die Offenheit der Kinder macht mir deutlich, dass die Tätigkeit an dieser Schule sehr wichtig ist und auch in Zukunft Bestandteil der Projektarbeit bleiben muss.

Weihnachtsfest

Im Dezember wurde, von Schule und Eltern organisiert, ein traditionelles Weihnachtsdorffest veranstaltet, mit Prozession, Clowns, Engel, lustigen Sprüchen, Messe, Schnaps, viel Essen und Musik. Die SchülerInnen rannten und tanzten verkleidet mit. Es war eine schöne Stimmung und so für Anke ein schönes Abschiedsfest von der Arbeit in der Schule.





Theater in der Schule

Mit einer Schulklasse wollen Kristin und Anke ein Theaterstück einüben. Aber zuerst werden einige Spiele gemacht, damit sie die Scheu vor dem offenen Sprechen verlieren. Wir sind sehr gespannt, wie sich die Klasse dann auf das Theaterspielen einlässt.





„Ja, auf in die Bibliothek!“

Und schon stürmen die Grundschüler in den bunt gestalteten Raum. Es gibt keine Tische und Bänke. Dafür Bastmatten auf dem Boden, sodass die Kinder getrost ihre Schuhe ausziehen können, sich die dicken, bunten selbst gestrickten Socken überstreifen und sich im Kreis auf den Boden setzen.
Die Bibliothek mit 500 Büchern besteht seit 2 1/2 Jahren und erweitert das bestehende Bildungsangebot der Grundschule der Comunidad Casa Quemada. Bücher sind aufgrund von finanziellen Nöten nicht Teil der Alltagskultur in den Bergdörfern der Anden.
Das trägt dazu bei, dass die Lesekompetenz der Grundschüler sehr unterschiedlich ist und manche Kinder trotz mehreren Jahren Leseunterrichts kaum die Buchstaben erkennen. Mit möglichst alternativen Unterrichtsformen wird versucht, diese Kompetenz zu fördern. Das Konzept steht somit im Gegensatz zu frontalen Methoden, die in den Schule
hauptsächlich praktiziert werden. Neben der konkreten Kompetenz des
Lesens soll insgesamt selbständiges Lernen unterstützt werden.
Durch die Arbeit in der Grundschule, die neben dem Unterricht in der
Bibliothek auch Workshops zu unterschiedlichen Themen wie Müll, Kinder-
rechte, Theater, etc. umfasst, wird so ein kontinuierlicher Kontakt
zur Comunidad (Bergdorf) unterhalten.
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